Alles öko, oder was? EJ im Dekanat Pappenheim isst gerettetes Gemüse

Sojawürste auf Meerrettich-Kürbismousse an orientalischem Krautsalat mit Tofuwürfeln und einem Kleks Pastinaken-Kartoffel-Püree.

Das hört sich nach einem einzigartigen Menü an. Oder nach einem riesigen Durcheinander. Die Jugendlichen, die zum Dekanatsjugendkonvent gekommen waren, aßen, was auf den Tisch kam – anders als sie es manchmal zu Hause tun. Das kreative Menü war zuvor gemeinsam aus Lebensmitteln gekocht worden, die dadurch vor dem Wegwerfen bewahrt wurden. Und da kam bei der „Schnippelparty“ am 9. November Unterschiedlichstes zusammen: Joghurt mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum, Gemüse, das in der nächsten Woche nicht mehr zu verkaufen war und „Ladenhüter“ aus dem eigenen Vorratsschrank.

Die Aktion wurde von EDEKA Pfaller aus Pappenheim, dem Bio- und Unverpacktladen „Maulbeere“ in Langenaltheim und die Solnhofener Klosterbäckerei unterstützt.

Die Jugendlichen beschäftigten sich am Vormittag inhaltlich mit dem Thema, bevor es ans Kochen ging. Was sie bestürzt hat: Von den deutschen Privathaushalten werden laut einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jährlich rund 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Auf jeden einzelnen Bundesbürger gerechnet sind das 81,6 kg verschwendete Lebensmittel. 47 Prozent davon wären ohne Einschränkungen noch essbar, weitere 18 Prozent ließen sich teilweise noch verwenden. Das ist eine erschreckend große Menge. Dazu kommen noch die Lebensmittel, die von Industrie, Handel, Landwirten, Gastronomie und Großverbrauchern weggeworfen werden.

Die Evangelische Jugend hat sich zum Ziel gesetzt, bei ihren Angeboten schonend mit Ressourcen umzugehen und auch weniger Abfall zu produzieren. Daher wird beim Einkauf unter anderem auf fair, ökologisch und regional produzierte und gehandelte Produkte Wert gelegt. Dazu wurden eigene Standards entworfen, die unter www.ej-pappenheim.de/verantwortung zu finden sind.

Einen ersten erwähnenswerten Erfolg gibt es bereits: Beim diesjährigen Kinderzeltlager der Evangelischen Jugend konnte durch bewussten Einkauf die Menge an Plastikmüll halbiert werden!

Doch nicht nur das Thema Lebensmittel beschäftigte die Jugendlichen beim Dekanatsjugendkonvent – dem Treffen der Ehrenamtlichen in der evangelischen Jugendarbeit. Am Nachmittag wurden im Geschäftsteil die Jugendvertreter der Dekanatsjugendkammer gewählt. Alexander Mlinzk aus Pappenheim, Elena Wolfsteiner aus Eichstätt, Jan Baier aus Markt Berolzheim und Clarissa Stiemle aus Wettelsheim werden in Zukunft den Kurs der Evangelischen Jugend im Dekanat Pappenheim mitbestimmen und sich auch für die die Umsetzung der öko-fair-regionalen Standards über den Bereich der Jugendarbeit hinaus einsetzen.